Herbst-Barfußschuhe

Es ist wieder der 15. eines Monats und dazu noch August, der <Frau freut sich 'Jahreszeiten Sew Along'> geht in die nächste Runde. Die nächsten 5 Tage darf man seine unkommerziell genähte Kleidung für den Herbst zeigen und kann dabei noch einen Preis aus einer Reihe (von anderen Bloggerinnen gestifteten) Stoffen oder Nähzeitschriften gewinnen. Ich nehme mit einem Paar Übergangsschuhen teil und hoffe, das zählt auch als Kleidung.
Ich hatte bei der Sommerkleidungsrunde das Glück aus dem Lostopf gezogen worden zu sein und bedanke mich damit nochmal herzlichst!

Und irgendwie hätte ich es als sehr romantisch empfunden, aus einer gewonnenen Ottobrezeitschrift ein Kleidungsstück für die nächste Runde zu nähen. Aber ich denke jetzt positiv und nicht an all die Projekte, die ich nicht schaffe. Im Gegensatz, wir alle sollten bei unseren vollgepackten Tagen auf das schauen, was wir geschafft haben und Stolz darauf sein. Das ist doch ein viel besseres Gefühl!



Über mehrere Wochen hinweg entstand bei mir ein zweites Paar Schuhe für mich. Bei diesem kam ich nun schon ohne Anleitung aus. Ich nähte vorher schon eines in der 42, welches eher Clownsschuhe waren und ich habe sie unbesohlt weitergegeben an eine Frau mit größeren Füßen als die meinen. 


Größe 42, mit Jeansstoff innen, erster Versuch

Nun hatte ich die 41 ausgedruckt und der Canvas (verstärkt mit Vlieseline) reichte genau noch für dieses Paar. Innen nahm ich den Rest vom Leinen-Viskose Stoffes vom >Sommerhut<. Dieser reichte allerdings nicht ganz und so durfte der Umlauf und die Zunge vom Innenschuh aus einem ganz dünnen, glatten Sommerjackenstoff sein, der mir geschenkt wurde. Dadurch erhoffe ich mir ein leichtes Reingleiten in den Schuh. Das ist bei den >Tiptaps< meines Sohnes nämlich immer schwierig, den Schuh an den Fuß zu bekommen. Sobald er mal drin ist, alles gut, aber das Anziehen des HighCut Modells ist ein rechtes Gedrücke und Gezerre. Dadurch trägt er sie leider extrem selten.


Schuhe vorm Stoffsohle annähen, hier erkennt man den Innenstoff von Umlauf und Zunge.

Zurück zu meinem Schuh. Der Nähprozess war unfallfrei, ich habe neue Ösen gekauft. Bei den kleinen Schuhen sind mir diese ja immer gebrochen. Zu den neuen Ösen gab es neue Aufsätze für die Zange und alle Ösen sind ohne Bruch in den Schuh gegangen. Super.



Diesmal entschied ich mich gegen ein Einnähen einer Innensohle, da man den Schuh dann Wenden muss und das auch echt mühsam war bei den beiden anderen Modellen, die ich schon nähte. Daher habe ich diesmal die Außensohle angenäht, die Nahtzugabe gerade geschnitten und mit einem ZickZack-Stich versäubert. Gedreht und voilá, fast fertig!



Als Einlage hatte ich mir die Sohle ohne Nahtzugabe aus dem Leinen-Viskose Stoff und einem Wollwalk eines alten Mantels zugeschnitten und ganz simple mit der Overlock zusammen genäht. Diese Einlagen nähte ich mit wenigen Stichen an vier Stellen mit den Sohlenstoffen zusammen, bevor ich die Gummisohlen angeklebte. Beim Anbringen der Reparaturpaste habe ich noch meinen Daumen durch das Cuttermesser zum Bluten gebracht, aber sonst lief alles gut.


Sohle und Reparaturpaste

Ich trage diese Schuhe nun auch schon, da es für Sandalen mittlerweile zu kalt ist. Es tut so gut, da meine (einzigen) anderen Schuhe, die Orangenen, ihr kennt sie von den Fotos anderer Kleidung, mir zu klein sind.



Jetzt benötige ich noch Schuhe, die auch mal etwas Regen abkönnen. Diese hier sind nämlich nicht imprägniert, oder noch nicht? Ich weiß es nicht.


von hinten mit Fersenkappe
Schnitt: Bigtaps vom Fluffstore
Stoffe: Canvas, Leinen-Viskose, Jackenstoff, etwas Jeans, ganz wenig Cord ;)




Auch verlinkt bei: CreativeloversDDD, SewLaLa

Kommentare

  1. Ich bin nach wie vor total beeindruckt von Deinen Schuhwerken! Da hast Du Dir mittlerweile ganz schön Fachwissen draufgeschafft - Respekt! Ich weiß nicht, ob ich die Geduld hätte :-) Dein hier gezeigtes Paar sieht übrigens total klasse aus und wie schön, dass Dich die Schuhe schon durch den Alltag begleiten. Und Danke für deine Verlinkung bei "Frau freut sich" :-) Herzliche Grüße! Karin

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    1. Danke Karin. Wenn man einmal ein Paar genäht hat, ist es wirklich kein Hexenwerk mehr und nicht aufwändiger als eine Tasche. Der Kleber ist auch sehr ergiebig, sodass sich die Ausgaben bei weiteren Paaren wirklich sehr reduzieren. Liebe Grüße, Ina

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  2. Du hast Schuhe genäht! Das ist ja irre! Selbst ausgefuchste Näherinnen kommen wahrscheinlich nicht auf die Idee, dass das geht und auch noch gut. Alle Achtung. Danke für diese Erweiterung meines Nähkosmos.
    LG
    Siebensachen

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    1. Danke, Schuhe nähen macht auch wirklich Spaß, vor allem für mich, die Schuhgeschäfte meidet, aber Stoffläden liebt *räusper*. Es gibt momentan 2 Schnittmuster auf dem Markt, noch eines von Rabaukowitsch, dass sieht sportlicher aus... Liebe Grüße, ina

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  3. Mensch, Ina, ich bewundere dich wirklich für diese Schuhe. Ja, auch für das Nähen, aber noch viel mehr dafür, dass du mehrere Wochen lang damit am Ball geblieben bist. Ich hätte vermutlich irgendwann kapituliert und sie "für später mal" an eine Stelle gelegt, an der sie mich nicht stören - und dann einstauben. Ich finde die Stoffwahl sehr generalistisch alltagstauglich. Wieder ein Wink an mich selbst, weniger Musterstoffe zu kaufen...
    Liebe Grüße, Meike

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    1. Danke Meike, zwischendrin habe ich auch mal was schnellen genäht, um die Lust am Nähen nicht zu verlieren. Diese gingen jedoch auch schon viel schneller von der Hand und oft hatte ich nur mal 30-45min Zuschnitt- und Nähzeit, dadurch zieht sich solch ein Projekt.
      Und die Stoffe hatte ich explizit für Schuhe gekauft, sonst hätte ich auch keine Unifarbenen da gehabt ;) Liebe Grüße, Ina

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